1. Nacht überstanden

Ein bissel unruhig haben wir in der letzten Nacht geschlafen. War ja auch alles noch so ungewohnt, und der Willi muss seinen Platz hier erst finden. Auch für Elli war das dann doch erst mal komisch. Ein zwar sympathischer aber doch noch fremder „Mann“ mit Frauchen und mir zusammen im Bett? Hm – ob ich ihm das erlaube?, hat sie wohl gedacht. Jedenfalls wurde er nun erstmals leicht angeknurrt. (Doch das hat sie beim Paulemann auch manchmal gemacht.)

Nach dem Frühstück gings aber erst mal raus in den Garten, …

… und Willi musste sein neues Reich erkunden.
Erst mal an der Hecke zu den Nachbarn entlang.

Dann über die Wiese vorn.
Während beide im Haus schon schön spielen, war die Elli hier draußen doch etwas skeptisch.

Dann gings nach hinten zum Hühnerhäuschen, …

… vorbei an der Holzbude und am Tomatenbeet.

Hops – rauf auf die Bank vorm Kompost und mal geschnüffelt, wo es auch für Paul immer so schön nach Mäuschen roch, …

(Elli musste natürlich dann auch da rauf!) 😉

… und weiter zur Appelwiese.
Wenn ich die beiden jetzt so sehe und bedenke, dass der Willi ja auch noch um einiges wächst, könnte ich mir vorstellen, dass es am Ende fast etwa so aussieht wie bei Emma und Paul. Zumindest eine Ecke höher als Paul wird er mit seinen langen Beinen auf jeden Fall werden …

Ja, und gleich werden wir erst mal schön spazieren gehen, auch wenn ich noch ziemlich müde bin … 😉

In den Himmel geflogen …

Aufgenommen am 26. August 2017. Da sah man dem Paul schon an, dass es ihm nicht gut ging.

Eben ist unser Paulemann in den Himmel geflogen, und das schon mit nicht mal 7 Jahren!
Ich könnte kotzen!
Das hätten wir NIE für möglich gehalten! Aber es ging einfach nicht mehr, die letzte Nacht war einfach ZU schlimm! Wir haben beide total gelitten. Er wegen seines desolaten Zustands – und ich, weil ich ihm nicht helfen konnte. Einfach nur schrecklich! Denn eigentlich wollten wir ihn ja auf keinen Fall leiden lassen.

Elli hat ihn tot erlebt. Aber nach kurzem Beschnüffeln ging sie schnell zur Tagesordnung über. Das war erst mal positiv. Bin jedoch gespannt, wie es in nächster Zeit mit ihr weitergeht, wenn sie wirklich merkt, dass sie hier auf Dauer allein ist. 🙁

Wenn der Regen heute noch aufhört, werden wir beide erst mal wieder einen längeren, flotten Spaziergang machen. Michi und ich werden uns viel mit ihr beschäftigen müssen …

Machs gut, mein süßes, liebes Paulemännken, und grüß mir die Emma dort drüben! Du warst wirklich ein toller Hund!

Lange wird er wohl nicht mehr leben … :-(

Von Tag zu Tag ist sein Zustand unterschiedlich, so dass die definitive Entscheidung, ihn zu erlösen unheimlich schwer ist. Er scheint jedoch immer häufiger in sich gekehrt, und er frisst zwar noch relativ gern, das war heute Morgen jedoch nicht ganz so. Nur mit langen Zähnen fraß er sein Frühstück eben, ließ auch noch etwas übrig, was man von ihm eigentlich GAR nicht kennt. Das ist – angesichts seiner sonstigen Fressgier – höchst bedenklich! … 🙁

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Ich bin gespannt, wie es gleich beim Spaziergang aussehen wird. Gestern lief er schon sehr langsam.

Quälen wollen wir ihn natürlich nicht, aber den Zeitpunkt tatsächlich zu wählen und zu beschließen, ist so unendlich schwer, so lange er noch gute Momente hat und ab und zu auch noch gern mit Elli spielt und sich sehr für sie interessiert. Sie genießt es immer total, wenn er sie – nach wie vor – ausgiebig abschlabbert …

Tja, die Elli … Ich glaube, sie spürt auch, dass mit Paul etwas nicht stimmt.

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Ich mag mir noch garnicht ausmalen, wie sie Pauls Tod verkraftet – auch wenn sie ihn manchmal ziemlich angiftet. Das gehört wohl dazu, sich von ihm auch abzugrenzen und sich zu behaupten. Sie kennt es aber nicht anders als MIT ihm, und er wird ihr ganz sicher sehr, sehr fehlen.

Da werden wir wohl bald eine Entscheidung treffen müssen, und ich werde den Namen dieses Blog leider wieder ändern müssen. Mir wird ganz übel, wenn ich daran denke … 🙁

Nachtrag:
Eben beim Spaziergang: NOCH langsamer als gestern, so dass wir rasch wieder umkehren mussten, obwohl er sich bei der Ankündigung noch sehr gefreut hat!
Jetzt liegt er draußen auf einem seiner Lieblingsplätze, der Fensterbank, von der er normalerweise gern alles überblickte, was vor unserem Grundstück los ist. Heute scheint er dabei allerdings nicht sehr glücklich … 🙁

Termin in der Tierklinik Greven

Paul und ich sind aus der Tierklinik in Greven zurück.

Tierklinik-Greven

Von der für die Kardiologie zuständigen Ärztin war ich sehr angetan. Wirklich supernett!
Sie hat mir während des Ultraschalls auch ganz viel erklärt, und ich habe das so weit verstanden: Pauls Herz sieht eigentlich garnicht so schlimm aus. Eine Herzkammer, (ich glaube, es war die linke), ist ganz normal groß, und die Klappen zum Vorhof schließen gut, sind auch nicht verdickt.
Bei der anderen sah es ein bissel anders aus. Da schlossen die Klappen nicht ganz so gut, etwas Aorta-Blut kam dabei noch durch, (also nicht dramatisch viel), und der Teil des Herzens war etwas vergrößert. Allerdings schienen die intakte Kammer und ihr Vorhof etwas vom Druck zu kompensieren, wenn ich das einigermaßen richtig verstanden habe.
Fest steht allerdings, dass er einen AV-Block hat, d.h., dass einige Schläge nicht beantwortet werden, der Rhythmus also gestört ist. Nur sieht das Herz eigentlich nicht unbedingt danach aus.

Warum in Pauls Lunge so viel Wasser war, konnte sie mir auch nicht sagen. Nur so viel, dass Paul zwar nicht unbedingt zu dick sei, dass es aber besser wäre, wenn er noch ein bisschen abnehmen könnte. Richtig dick sollte er besser NICHT werden.
Das mit dem Abnehmen werde ich bei Paul auf jeden Fall weiter versuchen!
Vor dem Chip war er ja auch schon schön von ca. 9 Kilo runter auf 7,5 – und der Chip wirkt ja nur noch bis in den September …

Auf meine Nachfragen
1. ob evtl. der Kastrations-Chip etwas mit dem Wasser in Pauls Lunge zu tun haben könnte:
Nein, unmöglich!
2. ob vielleicht die Zeckenbisse damit zu tun haben könnten:
Nein.

Insgesamt fand die Ärztin, dass Paul bisher von unserer TÄ schon gut behandelt wurde. Mit den Entwässerungs-Pillen sollen wir auf jeden Fall weitermachen. Sie hat mir nur noch Tropfen mitgegeben, mit denen man nochmal etwas versuchen könnte. Die werde ich ihm jetzt erst mal so geben wie besprochen.

Im Grunde können wir nun also nur hoffen, dass sich das Ganze möglichst lange nicht weiter verschlimmert. Einen richtigen „Durchbruch“ und ganz neue Erkenntnisse hat es nicht wirklich gegeben.

Sarah, die Tochter meiner Nachbarin hat sich – während wir weg waren – liebevoll um unsere Elli gekümmert. Ich hätte die Kleene mitgenommen, wenn ich gewusst hätte, dass alles doch relativ schnell ging. Ich dachte, ich müsste stundenlang warten, (weil ich zunächst von einer Vielzahl an Untersuchungen ausgegangen war – eigentlich von einer stationären Aufnahme, die aber nicht möglich war, weil die Ärztin offenbar am nächsten Tag in den Urlaub ging), und könnte in Greven neben der Klinik zwischendurch fix noch etwas besorgen, was uns im Haus dringend fehlte. War während der vergangenen Tage – aus vielleicht verständlichen Gründen – nicht zum Einkaufen gekommen. Da wäre es natürlich schlecht gewesen, wenn das Elli-Hündken im Wagen hätte warten müssen …

Paul, Stand heute – 3. August 2017

So, heute Nachmittag mit Paul nochmal in unsere TA-Praxis, morgen dann in die kardiologische Abteilung der Tierklinik Greven. Da ist zum Glück ein Termin ausgefallen, den ich übernehmen konnte, und das ist auch wichtig, weil eine der beiden Kardiologinnen danach für 3 Wochen im Urlaub und die Terminliste ansonsten für die nächste Zeit voll ist. Will beim Paul ja nicht unnötig lange warten!

Heute Morgen hat er aber mal wieder ausgelassen mit Elli gespielt. Hat er vorher eine Zeit lang nicht mehr so gemacht. Geht ihm also relativ gut heute. Hat in der Nacht auch ruhig geschlafen. (Natürlich direkt neben mir!) Nur weiß man natürlich nicht, für wie lange es so gut bleibt …