Es ist so weit, …

… wir werden unsere Emma heute leider erlösen müssen.
Gegen Mittag wird der Tierarzt zu uns kommen …

Dieser Eintrag wird deshalb etwas länger, weil er ein Rückblick auf Emmas Leben sein wird. Ich habe mal all meine Fotos durchsucht und werde einige von ihnen hier einsetzen. Sie bilden einen Querschnitt durch ihr Leben ab.
Ich mache das auch für mich selbst, um ihre Zeit bei uns für mich noch einmal sichtbar zu machen.

Die ersten beiden Bilder, die wir von unserer 4 Monate alten Emma auf der WebSite der Podenkohilfe Lanzarote entdeckten:

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Wir fanden sie so niedlich, dass wir uns umgehend mit den Leuten auf Lanzarote in Verbindung setzten, die sie uns letztendlich ins Flugzeug setzten. Hier haben wir sie vom Flughafen abgeholt.

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Zu Beginn bei uns war sie noch klein genug, dass sie (eigentlich) problemlos unter unseren niedrigen Tischchen hindurch passte. Eigentlich – doch eines Tages hat sie offenbar nicht aufgepasst, ist mit Karacho unten durch und – Peng! Das Ergebnis: eine dicke Beule an ihrem Kopf:

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Logisch, dass sie viel Trost brauchte. 😉

Doch das blieb nicht ihr einziges Pech.
Irgendwann hörte ich, dass es beim Laufen in ihrer Hüfte kräftig knackte. Das war an einem Tag wie diesem, da war sie etwa 8 Monate alt:

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Also fuhren wir mit ihr zu unserer Tierärztin. Die röntge sie, sagte, dass mit Emmas Hüfte etwas so GAR nicht stimme, und schickte uns in die Tierklinik nach Greven. Dort war – nach entsprechenden Untersuchungen – auch sofort klar, dass sie an ihrer rechten Hüftseite operiert werden musste, denn die Hüftkugel saß dort nicht in der zugehörigen Pfanne!
Eine „Dreifache Beckenosteotomie“ (DBO) war fällig …
So gab es also eine 1. Operation.
Dazu kauften wir uns eine große Box, in der wir sie für die Nacht einsperren konnten, da sie schon zu dieser Zeit immer wieder gern auf Sofas sprang, und das durfte sie nach der OP auf keinen Fall!

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In dieser Zeit durften wir auch nur ganz kurze, sich langsam steigernde Strecken mit ihr laufen. Zunächst nur im Garten, später dann auch ein wenig außerhalb.
Doch als hätte die Reparatur der einen Seite auch die andere Hüftseite verzogen, stellte sich kurz darauf heraus, dass nun auch die andere Kugel aus der Pfanne gerutscht war.
Also war 8 Wochen später auch eine 2. OP, dieses Mal an der linken Hüftseite nötig.

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Zum Glück haben uns damals etliche Blogbesucher finanziell unterstützt, denn mittlerweile lagen wir bei den Kosten etwa um die für einen guten, gebrauchten Kleinwagen, und die Stahlplatten und Schrauben konnten in ihrem Körper bleiben, mussten nicht nochmal herausoperiert werden.
Bis auf ihre Sterilisation kurz nach dieser Zeit war es das dann aber erst mal mit OPs bei ihr, und sie entwickelte sich weiter gut!
Verstand sich mit unserem Felixkater prächtig, …

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, … hatte Freunde, z.B. die Merle von nebenan, …

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… und die Chelsey – auch von nebenan, …

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(Alle – Felix, Merle und Chelsey – sind inzwischen tot.)

, … und ansonsten war sie ein ganz normaler, junger und hübscher Hund, der nicht nur im Körbchen einen seiner Lieblingsplätze hatte.

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Schließlich, im Januar 2011, entdeckte ich voller Schrecken einen seltsamen Knoten an ihrem Bauch! Zunächst vom Tierarzt als reiner Fettknubbel diagnostiziert entwickelte der sich zu einem Krebs, zu einem Hämangioperizytom. Und dieser Knoten blieb nicht allein – schnell gab es auch noch 2 weitere.
Die nächste OP also … 🙁

Im April 2012 starb dann ganz plötzlich, quasi von jetzt auf gleich und aus völlig heiterem Himmel, ihr Kumpel, der Felixkater! (Schlaganfall – kurz nach dem Fressen!)
Nicht nur unsere Trauer war groß, auch Emma schien ihn zu vermissen.
Also: was tun??
Ein neues 4. Familienmitglied musste her!
Ich suchte also im Netz und fand … den Paulemann, für den sein Frauchen, (erfreulicher Weise auch aus Neuenkirchen!), ein neues Zuhause suchte. Sie hatte eine neue Arbeit gefunden und fürchtete, ihm nicht mehr gerecht werden zu können. (Sehr verantwortungsvoll!)
Damals war er anderthalb Jahre alt.

Paulemann-Sept2014

Und obwohl Michi eigentlich nie einen Jack Russel wollte, waren die zwei rasch ein Herz und eine Seele. 😉

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Aber auch Pauls Liebe zu Emma wuschs sehr schnell!

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… umgekehrt wohl auch … 🙂

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Als Emma nach einigen Folge-Knoten noch einmal operiert worden war, kümmerte Paul sich liebevoll um sie. Wir aber beschlossen: Noch einmal lassen wir sie NICHT operieren!

Emma-nach-OP-12Maerz2015

Sie machten vieles gemeinsam. Z.B. auf der Treppe liegen und schauen, was draußen los ist, …

Emma-Paul-Treppe-Flur-2014

, … auf ihr Gartenrevier aufpassen, …

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, … oder – wie jetzt erst kürzlich, als Emmas neuester Knoten schon richtig dick war – zusammen im Garten spazieren gehen.
(Übrigens ist dieser dickste Knubbel nur einer von inzwischen wieder vielen!)

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Mittlerweile ist dieser Knoten noch erheblich dicker und härter geworden, und Emma kann kaum noch laufen. Sie hat zwar vermutlich keine Schmerzen, weil sie täglich die doppelte Dosis METACAM (Schmerzmittel) ins Fressen gespritzt bekommt, aber man sieht ihr trotzdem an, dass sie leidet, wenn sie nicht das tun kann, was sie möchte. Sie hatte schon immer einen „dicken Kopf“ und einen starken Willen. Da ist es für sie um so schwieriger zu erkennen, dass manches nicht mehr geht. Das jedenfalls sagt mir täglich ihr verzweifelter Blick …
Manchmal ist es auch schwierig, sie überhaupt zum Fressen zu bewegen, wobei dann natürlich auch die nötige Dosis Schmerzmittel nicht in sie hinein gelangen kann.

Wir haben lange gezögert, weil sie eigentlich ja noch recht klar im Kopf ist, sich auch noch für einiges interessiert, das Laufen bis vor ca. 1-2 Wochen noch mit ach und krach ging und die Wirkung der doppelten Dosis des Schmerzmittels so ungefähr einen halben bis dreiviertel Tag voll anzuhalten scheint. Doch danach wird es wieder heftig mit dem Humpeln, und sie bewegt sich so wenig wie möglich, kommt mir zuweilen auch ein wenig orientierungslos vor, liegt meist nur herum und zieht sich inzwischen auch immer mehr in eines unserer Gästezimmer zurück. Will offenbar allein sein …

Auch auf uns lastet natürlich ein schwerer Druck, weil wir ja wissen, dass es irgendwann doch sein muss, um ihr schlimmeres Leiden zu ersparen. Besser wird es nie mehr, denn der schon über kindskopfgroße Knoten ist nicht mehr operabel. Im Gegenteil, es wird fast täglich schlimmer.
Aber was ist der richtige Zeitpunkt?! …
Endlich entschlossen habe ich dann aber – nach einer schwierigen Nacht mit Emma – vor 2 Tagen mein Zögern beendet und für heute Mittag den Tierarzt zu uns bestellt, damit das Elend ein Ende und Emma ihren Frieden haben kann …

Doch es tut weh … 🙁

Sorgen machen wir uns aber auch um den Paulemann. Wie wird er damit umgehen, wenn seine Emma nicht mehr da ist??! Da müssen wir uns etwas einfallen lassen!
Zunächst mal, wenn Emma heute Nachmittag weggebracht wurde, werde ich ihn mir schnappen und einen längeren Spaziergang mit ihm machen, als es in letzter Zeit hier – zusammen mit Emma – möglich war. Zumindest DAS wird ihn erst mal hoch erfreuen!
(Und mich hoffentlich auch wieder ein wenig beruhigen …)